
Klimafreundlicher Gebäudebestand
Der Klimawandel stellt auch die Wohnungswirtschaft vor große Aufgaben. Für die GWH bedeutet das, sich intensiv mit den klimatischen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit – also der Entwicklung und Bewirtschaftung von Wohnraum – auseinanderzusetzen. Gleichzeitig gilt es, den langfristigen Wert des Immobilienbestands zu sichern.
Der Bau- und Immobiliensektor verursacht weltweit rund 37 Prozent der CO₂-Emissionen und spielt damit eine zentrale Rolle bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen. Neben ökologischen Fragestellungen rücken zunehmend auch wirtschaftliche Aspekte in den Fokus: steigende Energiepreise, Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen sowie Anpassungen an veränderte klimatische Bedingungen beeinflussen die strategische Steuerung von Wohnungsunternehmen. Gleichzeitig entstehen neue Chancen – etwa durch digitale Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden.
Die GWH Dekarbonisierungsstrategie
Vor diesem Hintergrund hat die GWH bereits 2020 eine branchenspezifische Dekarbonisierungsstrategie entwickelt. Diese wurde 2023 in Anlehnung an den Zielpfad des Carbon Risk Real Estate Monitors (CRREM) weiter geschärft.
Sie definiert zentrale Hebel zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und unterstützt die GWH dabei, ihren Immobilienbestand entlang eines mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatiblen Transformationspfads weiterzuentwickeln.
Im Jahr 2025 wurde die Berechnungslogik der Dekarbonisierungsstrategie überarbeitet, um eine bessere Vergleichbarkeit mit Branchenstandards und dem CRREM-Ansatz zu gewährleisten. Anstelle der bisherigen Bezugsgröße kg CO₂/m²/a Wohnfläche erfolgt die Ausweisung nun auf Basis von kg CO₂/m²/a Nutzfläche.

Die GWH Klimabilanz
Unsere Dekarbonisierungsstrategie fokussiert sich primär auf den gebäudebezogenen CO₂-Ausstoß unseres Bestands. Um darüber hinaus alle wesentlichen Emissionen entlang der Wertschöpfungskette abzubilden, erstellen wir seit 2022 eine umfassende Klimabilanz.
Diese erfolgt entlang der Scopes 1, 2 und 3 in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol). Sie ermöglicht eine transparente Darstellung sowohl der direkt verursachten Emissionen als auch der vor- und nachgelagerten Emissionen und bildet die Grundlage für eine gezielte Steuerung unserer Klimaschutzmaßnahmen.
Unsere Ziele für einen klimafreundlichen Gebäudebestand
- Senkung der CO₂-Intensität im Gebäudebestand auf 14,4 kg CO₂/m² Nutzfläche/a bis 2030
- Reduktion der Energieverbräuche im Gebäudebestand auf 86,9 kWh/m² Nutzfläche/a bis 2030
- Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien für Allgemeinstrom im Bestand und in der Verwaltung auf 100 % bis 2030

Fortschritt sichtbar machen

Neubau und Bewirtschaftung des Bestands

Zur Reduktion von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen setzt die GWH auf ein integriertes Maßnahmenpaket aus baulichen und technischen Ansätzen. Im Bestand werden energetische Sanierungen umgesetzt, insbesondere durch die Verbesserung der Gebäudehülle zur Wärmedämmung, sowie durch den Einsatz effizienter Heiztechnologien wie Wärmepumpen oder die Umstellung auf Fernwärme im Einklang mit dem Gebäudeenergiegesetz.
Ergänzend entwickelt die GWH Konzepte für eine effiziente Wärmeversorgung und Betriebsführung im Bestand. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz einer Biomethan-basierten Nahwärmezentrale in der Henri-Dunant-Siedlung in Frankfurt. Digitale Lösungen wie der „Gebäude Navigator” ermöglichen zudem eine bedarfsgerechte Steuerung von Heizungsanlagen und unterstützen die Reduktion von Energieverbräuchen mit einem EBZ-geprüften und testierten Einsparpotenzial von bis zu 18,8 Prozent.
Im Neubau setzt die GWH auf energieeffiziente Gebäude nach KfW-55-Standard oder besser. Darüber hinaus werden CO₂-Werte auf Ebene einzelner Heizanlagen erfasst, hydraulische Abgleiche durchgeführt und 25 öffentlich zugängliche Ladesäulen in GWH Beständen bereitgestellt. Flankierend sensibilisiert die GWH ihre Mieterinnen und Mieter gezielt für einen bewussten Umgang mit Energie im Alltag.
Gebäude Navigator
Die Anforderungen an die Immobilienwirtschaft werden zunehmend komplex – von ineffizienten Prozessen über unzureichenden Datenaustausch bis hin zu veralteter Gebäudetechnik.
Mit dem Gebäude Navigator der Systeno GmbH setzt die GWH auf eine digitale Plattform zur Steuerung von Energieverbräuchen und Prozessen. Das erste Modul ermöglicht eine datenbasierte Heizungsoptimierung durch die Anbindung an bestehende Regeltechnik.
So kann der Energieverbrauch im Durchschnitt um 18,8 % reduziert (EBZ-geprüft und testiert) werden, was sich positiv auf den CO₂-Fußabdruck eines Gebäudes auswirkt.

GWH Geschäftsstandorte und eigener Betrieb

Auch im eigenen Betrieb verfolgt die GWH konsequent das Ziel, Energieverbräuche zu reduzieren und den Einsatz erneuerbarer Energien zu steigern. So werden an den Geschäftsstandorten moderne Heizsysteme, beispielsweise auf Basis von Pellets, eingesetzt und energetische Maßnahmen wie die Erneuerung von Fenstern umgesetzt. Die IT-Rechenzentren sowie der Standort Frankfurt am Main werden vollständig mit Ökostrom betrieben, während energieeffiziente LED-Beleuchtung zusätzlich zur Reduktion des Stromverbrauchs beiträgt.
Ergänzend setzt die GWH auf organisatorische und kulturelle Maßnahmen, um nachhaltiges Handeln im Arbeitsalltag zu verankern. Eine unternehmensweite Reiserichtlinie fördert umweltbewusstes Reisen, während Mobilitätsangebote wie Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr, E-Bikes oder das Deutschlandticket emissionsärmere Arbeitswege unterstützen. Flexible Arbeitsmodelle, etwa durch mobiles Arbeiten, tragen ebenfalls zur Reduktion von Emissionen bei.
Mit der Implementierung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 schafft die GWH zudem die Grundlage, Energieverbräuche systematisch zu erfassen und kontinuierlich zu optimieren. Maßnahmen zur Begrünung, wie die Pflanzung klimaresilienter Baumarten sowie die Anlage von Grünflächen und Gründächern, tragen zur Verbesserung des Mikroklimas in urbanen Räumen bei.
Zertifiziertes Energiemanagement bei der GWH
Als Tochtergesellschaft der Helaba hat die GWH 2025 erfolgreich an der konzernweiten Zertifizierung des Energiemanagementsystems (EnMS) teilgenommen. Die Auszeichnung durch die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft DNV bestätigt, dass wir unsere Prozesse systematisch auf Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Klimaschutz ausrichten. Auf Basis des zertifizierten Energiemanagementsystems verfolgen wir klare und messbare Ziele.
Bis 2028 sollen folgende Verbesserungen erreicht werden:
- Reduktion des spezifischen Stromverbrauchs (kWh/m²) um 2 % gegenüber 2023
- Reduktion des spezifischen, bereinigten Wärmeverbrauchs (kWh/m²) um 2 % gegenüber 2023
Mit dem Energiemanagementsystem schaffen wir eine belastbare Grundlage, um Energieverbräuche kontinuierlich zu analysieren, Einsparpotenziale zu identifizieren und unseren Beitrag zum Klimaschutz langfristig zu stärken.

Ressourcennutzung optimieren
Die GWH übernimmt Verantwortung für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Als Teil einer ressourcenintensiven Branche richten wir unser Handeln bei der GWH Schritt für Schritt an Prinzipien der Ressourceneffizienz und der Kreislaufwirtschaft aus.
Der Neubau und die Bewirtschaftung von Wohnraum sind mit einem hohen Einsatz von Ressourcen wie Beton, Stahl, Holz oder Boden verbunden. Vor diesem Hintergrund verfolgen wir das Ziel, den Ressourceneinsatz entlang des gesamten Lebenszyklus unserer Gebäude zunehmend effizienter zu gestalten.
Zentrale Handlungsfelder:
- Einsatz nachhaltiger und ressourcenschonender Materialien
- Weiterentwicklung von Einkaufsstandards
- Optimierung von Bau- und Bewirtschaftungsprozessen
- Ausbau der Datengrundlage zu Ressourcenverbräuchen
- Entwicklung neuer Ansätze im Bereich Kreislaufwirtschaft

Bau- und Recyclingmaterialien
Auf dem Prüfstand
Seit 2025 prüfen wir verstärkt Möglichkeiten zur Wiederverwertung von Baustoffen, insbesondere im Rahmen von Instandhaltungsmaßnahmen. Dabei stehen Materialien wie Kunststoffe aus Fenstern oder andere Bauteile im Fokus, für die künftig Rücknahme- oder Recyclingmodelle entwickelt werden könnten.
Ziel ist es, Potenziale frühzeitig zu identifizieren und einen aktiven Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten.