Deutlich mehr Wohnkomfort: Neuer Hublift für Hochhausbewohner in Raunheim

Quartiersentwicklung

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Eine Pfeiltaste zum Hochfahren, eine zum Runterfahren.

Erleichtert betrachtet GWH-Mieterin Ursula Schwarzbauer die Fernbedienung in ihrer Hand. Der neue Rollstuhllift vor ihrem Wohnhaus an der Niddastraße 2 in Raunheim bedeutet für sie und vor allem für ihren Mann Klaus eine große Entlastung. Die Zeiten, in denen der Rollstuhl mühsam rückwärtig die flachen Stufen im Eingangsbereich hochgehievt werden musste, sind damit endlich vorbei.

„Sobald Sie auf der Plattform stehen, müssen Sie nur die gewünschte Fahrrichtung drücken, den Rest macht der Lift ganz von selbst“, erklärt Hausmeister Markus Cezanne dem Ehepaar. „Den Rest“ heißt in diesem Fall: die Auffahrklappe ausfahren und die gläserne Schwenktür nach Ankunft öffnen und wieder schließen. Alles vollautomatisch. 

„Dann muss ich dich künftig immer draußen suchen“, scherzt Klaus Schwarzbauer, der dankbar ist, dass die immense Belastung für seinen Rücken damit ein Ende hat. „Zuletzt habe ich meine Frau die Stufen nicht mehr hochbekommen, da musste unsere Tochter helfen“, so der 81-Jährige. 

Seit Ursula Schwarzbauer vor drei Jahren einen Schlaganfall erlitt, ist die 71-Jährige auf den Rollstuhl angewiesen. Das Ehepaar wohnt im siebten Stock, das selbstständige Verlassen der Wohnung war seither nicht mehr möglich. Vor rund 40 Jahren gehörte Familie Schwarzbauer zu den Erstmietern.

Das Wohnhaus an der Niddastraße zählt acht Etagen und ist nicht untypisch für die Bauweise der 80er Jahre. „Zwar fährt der Aufzug vom Keller bis zum Dach, aber der Treppenaufsatz, um überhaupt erstmal ins Haus zu kommen, bereitet so manchem Bewohner Probleme“, weiß GWH-Techniker Friedemann Proske. Neben zwei Mietern im Rollstuhl profitierten vom neuen Hublift auch diejenigen, die mit Rollator unterwegs sind, so Proske. 

Wer einen Schlüssel samt Fernbedienung braucht, kann sich an die zuständigen Hausmeister vor Ort wenden. Rund 26.000 Euro hat die Installation des Lifts samt nötiger Anschluss- und Anpassungsarbeiten gekostet. Geld, das die GWH ohne Inanspruchnahme von Förderungen und Zuschüssen im Zuge der Quartiersentwicklung investiert hat. 

An sechs anderen Gebäuden in Raunheim hat die GWH das Barriereproblem auf andere Weise gelöst, nämlich, indem die vorhandene Stufe aufgepflastert wurde. „In diesem Fall aber war eine Rampe aus Platzgründen nicht machbar, da diese wegen der vorgegebenen Maximalsteigung rund 12 Meter hätte lang sein müssen“, erklärt Techniker Proske. Ein Hublift aber passte genau in die vorhandene Nische seitlich der Eingangstür.